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review from www.plattentest.de (-) aus Thorsten Thiel
Musik in Worte zu fassen ist immer eine kniffelige Aufgabe. Ein Weg zur Problemlösung ist, ein Ding in der realen Welt zu finden, daß jeder kennt und welches Gehörtes und Gefühltes zur Deckung bringt. Zuerst brauchen wir also eine Eigenschaftenbestimmung, dann ein materielles Äquivalent. Für den Fall Go Plus sähen die Eigenschaften wie folgt aus: Paßt nicht gerade in allen Situationen, gefällt auch bei weitem nicht jedem. Tut gut, wenn es draußen kalt ist. Tut gut, wenn die Welt zu schnell vorbei eilt. Ist gut, wenn die Freundin einen ruhigen Abend verlangt. Nervt, wenn man nur halbherzig dabei ist. Nervt, wenn man mit Freunden beisammen sitzt. Lähmt, wenn die Dinge schnell erledigt werden müßten. Die Summe der einzelnen Teile reduziert die Anzahl der Möglichkeiten und führt uns zu guter Letzt zum logischen Äquivalent. In unserem Beispiel: eine mollig warme Kuscheldecke.
Der einmal gefundene Vergleich, kann nun bequem zu einer schönen Einleitung ausgewalzt werden. Spätestens im zweiten Abschnitt will der interessierte Leser aber Detaillierteres erfahren. Möglicherweise eine Verankerung in der musikalischen Peripherie (nicht so hintersinnig und tief wie Blumfeld, nicht so schwer und dunkel wie Kante, ansonsten aber wunderbar aufgehoben im Norden der Republik) oder ein paar Fakten zur Bandgeschichte (mehr als vier Jahre, zwei Besetzungs- und ein Vertriebswechsel liegen zwischen dem wunderbaren Vorgänger "Largo" und dem selbstbetitelten dritten Album).
Insbesondere bei deutschsprachigen Bands ist jetzt auch der Moment gekommen, sich die Texte genauer anzusehen. Bekanntlich liegt hier nämlich mehr als ein Hase im Pfeffer. In unserem Beispiel haben wir Glück: Go Plus sind weder großspurig, noch banal. Weder plakativ, noch belanglos. Tagträumer oder Hobby-Poeten wären geeignete Schlagworte. Die harmonische Umarmung von Musik und Text das hervorzuhebende Stilelement. Ein besonders gelungenes Zitat rundet die Umschreibung ab: "Hab mit überlegt, meine Unschuld zu verlieren / Will mich groß amüsieren in den Straßen der Stadt" oder "Hier kann man groß rauskommen durchs Tor in die Welt / Ich steh und ergötz mich am Überfluß" (beide aus "Ich geh in die Stadt").
Wenn es auch immer etwas statisch wirkt, gehört natürlich ans Ende der Rezension ein Fazit, eine Kaufempfehlung bzw. ein Warnung. Nicht immer muß diese eindeutig ausfallen, so auch in unserem Beispiel: Böse Zungen könnten Go Plus fundiert vorhalten, daß ihre Klangwelten mit wenigen Ausnahmen ("Stop") von Monotonie beherrscht werden. Wohlwollende Unterstützer würden hingegen ebenso berechtigt hervorheben, daß Go Plus neun harmonische Wohlfühl-Balladen und eine intelligente Auflockerung ("Stop") zu einem homogenen Ganzen vereinigt haben. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen und soll in einer Musikrezension vielleicht auch gar nicht ermittelt werden. |
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alles ist fluss... (alicebob@web.de) aus
...und zieht vorbei...“. Go Plus hat mit ihrer neusten Platte die Poesie der Stadt hörbar gemacht. In den 10 Songs gehts um das ständige „Auf-dem-Weg-sein“, den Aufbruch, das Abschied-Nehmen, das Vorbei-Gehen und -Fließen, allerdings nicht unbedingt konventionell vom Ursprung zum Ziel, sondern auch mal von Anfang zum „davor“ oder von Hamburg nach Hannover. Urbane Nomaden eben. Mit verläßlich harmonischen, aufeinander aufbauenden Soundschichten werden in den Texten der Hamburger Band existentielle Entscheidungen wie nebenbei getroffen: „...Hab mir überlegt, ich geh in die Stadt (...), Hab mir überlegt, meine Unschuld zu verlieren, will mich groß amüsieren“. Und das alles in dem Haupt-Handlungsort: in der „Geliebten“, der „Stadt“. Denn „Hannover“ ist gleichzeitig ein Abschieds- und ein Liebessong. Wie auch das letzte Lied „Hamburg, here I come“. Kurzgeschichten über das „ICH“ und das „DU“ und auch manchmal das „WIR“. Das (Zwischen-)Menschliche im Urbanen scheint das Hauptthema zu sein. Alles kann, nichts muss.
Es ist wohl die „Go Plus“-vertraute Leichtigkeit der Melodie-Schleifen und die Unangestrengtheit oder Verselbstständigung des Handelns in den Texten, die dieses Album so cangenehm leicht machen. Eine merkwürdige Mischung aus Revolution und Lethargie in einem. Pop eben.
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coole tonspion review () aus kitty-yo
Wenn`s draußen Nacht, eiskalt und unfreundlich ist, dann hört der Mensch gerne Musik, die zu ihm spricht, wie ein guter alter Freund: offen, ehrlich, aber auch zurückhaltend. Go Plus könnten Eure besten Freunde werden. Im Februar erscheint endlich das dritte Album des Pop-Trios. Gespickt mit soundtechnischen Reminiszenzen an die frühen 80er (Keyboard, Slap-Bass) landen Go Plus aber nie in der Retro-Falle, sondern klingen mit ausgefeilten Arrangements und dem typischen Hamburger Harmonie-Bedürfnis ausgesprochen frisch und zeitlos. Zwar stammen Go Plus aus Hamburg und singen überwiegend in deutsch, aber zur so genannten Hamburger Schule zählen sie sich deshalb nicht - inzwischen sind die Drei sogar beim Berliner Label Kitty-Yo beheimatet. Das neue Album "Go Plus" kommt ebenda am 17. Februar 2003 raus. Und mit "Tremble" als erstem Vorboten gibt es keinen Grund zu zittern, dass es kein richtig Schönes sein könnte. (ur) |
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thats what i think about go plus CD (gustaf@kitty-yo.de) aus kitty-yoHerrliche Resonanzen in der Presselandschaft:
Herrliche Resonanz aus der Presselandschaft:
Lieblingsplatte in März-Spex:
“Go Plus haben sich eine Ästhetik geschaffen, die ihnen ganz allein gehört und postmoderner Oberflächlichkeit völlig unverdächtig ist, ...” |
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